Meine Braut, ihr Auto und ich
2007 war das Jahr in dem ich sie kennenkernte. Nadine und ich teilten zu dem Zeitpunkt eigentlich nur eine Gemeinsamkeit, die Haltung von Rennmäusen. Sie fand mich zunächst nicht sonderlich sympathisch und wie unsere gemeinsame Zukunft aussehen könnte, war mir damals ebenso wenig bewusst.
Wenn ich abends von einem langen Studien-/ Arbeitstag nach Hause kam, habe ich mich im beisein meiner Rennmäuse gerne an den PC gesetzt, im Internet gesurft und Emails geschrieben. In meiner kleinen Einzimmer-Studentenwohnung in Bielefeld hatte ich daheim nicht sonderlich viele Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung, also suchte ich mir Abwechslung in Form diverser Internetforen, in denen ich mich über meine Hobbys mit anderen austauschen wollte.
Mein erster Anhaltspunkt war damals rennmaus.de. Schnell geriet ich auch über das Inhaltliche mit anderen Gleichgesinnten in Kontakt und da man sich auch so gut verstand und ich ein Faible fürs Reisen hatte, begann ich kurze Zeit später meine neuen Freunde mit der Deutschen Bahn zu besuchen. Die Reisen führten mich mehrmals nach Solingen zu Anna. Ein paar Partys später war sie es, die mich mit Nadine in Kontakt brachte.
Nadine und ich kannten uns zu dem Zeitpunkt nur sporadisch über das oben genannte Internetforum und als ich sie damals in echter Leibhaftigkeit vor mir sah..., war mir nicht bewusst, dass diese junge Frau mich in irgendeiner Art und Weise nett und interessant finden könnte. Durch ihre witzige, freche und offene Art gelang es ihr mich an diesem Abend mehrfach aus der Fassung zu bringen, aber es war gut so und wahrscheinlich auch der Grund, warum unser Kontakt nach diesem ersten Treffen immer enger wurde. Nadine und ich schrieben uns täglich endlos lange Emails, chatteten bis spät in die Nacht hinein - bis ich Nadine eines Tages in Düsseldorf besuchte.
Während ich mich ihr voller Vorsicht und Zurückhaltung langsam nähern wollte, war sie diejenige, die den ersten Schritt wagte. Unser erstes Treffen in Düsseldorf neigte sich dem Ende zu - unzählige Gedanken schossen mir durch den Kopf. Wir saßen in Nadines Auto, bei ihren Eltern parkend und sprachen miteinandner über Gott und die Welt. Ich weiß gar nicht mehr genau wodrüber wir uns unterhielten, aber es war das erste Mal, dass wir uns wirklich nahe kamen, ohne dabei einen Kuss o.ä. ausgetauscht zu haben...
Es blieb nicht bei einem Mal und so besuchte ich Nadine immer wieder in Düsseldorf. Jedes Wochenende kam ich aus Bielefeld angereist, in der Hoffnung, dass das Wochenende nie enden möge! Dennoch war meine Abreise stets mit einem unschönen Trennungsschmerz verbunden. In der Woche telefonierten wir, tauschten weiterhin Emails aus und freuten uns gemeinsam auf das wiederkehrende Wochenende!
Was die engsten Freunde unter euch bereits wissen, unser Kennenlernen war außerdem kennzeichnend für einen außerordentlichen Wendepunkt in unser beider Leben! [...] Ich stand am Ende meines Studiums der Primarstufeund vor einer großen Entscheidung. Sollte ich mein Studium fortführen und in das Referendariat einsteigen oder nicht? Für mich eine von jeher elementare Frage, die ich mit "nein" beantwortet habe. Meine Freundin hatte große Angst, dass ich wegen ihr mein Studium abbrechen würde, aber die Entscheidung traf ich bereits viel früher. Die entscheidende Frage lautete nur: Wie sollte es mit mir - mit uns weitergehen?
Ich bewarb mich vielerorts in und um Düsseldorf als staatlich anerkannter Erzieher und so ließ ich die Tore Bielefelds hinter mir und begann eine neues Leben in der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens.
Mir war klar, ganz gleich wie meine Zukunft aussehen möge, es konnte nur mit Nadine weitergehen, mit der Liebe meines Lebens! Nadine war und ist es noch immer, eines der spannendsten und zugleich witzigsten Frauen, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte, voller Kreativität und Abenteuerlust! Mit ihr wird mir nie langweilig und wenn sie mich dadurch mal wieder aus der Fassung bringen sollte, dann braucht sie nur ein Mal zu lächeln, und dann...